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„Benelux ist eine Schlüsselregion für weltweite Logistik“

Ein dichtes Verkehrsnetz, globale Anbindung an weltweite Märkte und eine geografisch optimale Lage – Benelux bietet ideale Voraussetzungen für integrierte Logistiklösungen.

Ein dichtes Verkehrsnetz, globale Anbindung an weltweite Märkte und eine geografisch optimale Lage – Benelux bietet ideale Voraussetzungen für integrierte Logistiklösungen. Aat van der Meer, Managing Director DACHSER Benelux, über die Bedeutung von Ausbildung, die Auswirkungen der Corona-Krise in der Region und einen royalen Besuch.

Anfang Juli hatte DACHSER Netherlands hohen Besuch: König Willem-Alexander war zu Gast in der Niederlassung in Waddinxveen. Wie kam es dazu?

Der Besuch des Königs in unserer Niederlassung in Waddinxveen war in der Tat ein fantastischer Höhepunkt. Willem-Alexander informierte sich über unser Engagement in Sachen Ausbildung, und wie diese gerade auch in Krisenzeiten gesichert werden kann. DACHSER Netherlands ist nämlich eine anerkannte Ausbildungsstätte der niederländischen Stiftung für Zusammenarbeit in der Berufsbildung, Ausbildung und dem Arbeitsmarkt (SBB). Aufgrund der Corona-Krise hat die SBB einen Aktionsplan gestartet, um das Ausbildungsangebot weiterhin zu sichern. DACHSER geht hier mit gutem Beispiel voran und hat auch während der Krise der letzten Monate seine Ausbildungsprogramme konsequent fortgeführt. Das hat sich der König angesehen.

Apropos Ausbildung: Wie funktioniert die Ausbildung junger Menschen in den Benelux-Staaten?

Logistik-Netzwerke werden von Menschen für Menschen gemacht. Indem wir junge Menschen für unsere Berufswelt begeistern, gestalten wir Zukunft – für DACHSER und für unsere Kunden. Deshalb arbeitet DACHSER Benelux mit verschiedenen Schulen zusammen, um junge Menschen für die Logistikbranche zu begeistern. In den Niederlanden und Luxemburg haben wir bereits seit einigen Jahren ein duales Lernprogramm, und DACHSER Belgien ist eines der ersten Unternehmen, das diese Möglichkeit für Schüler bietet.

Wird DACHSER Benelux sein Engagement bei der Ausbildung nun wegen der Corona-Pandemie reduzieren? Und wie schätzen Sie die Auswirkungen der Krise generell für DACHSER Benelux ein?

Ganz und gar nicht! Aus der Vergangenheit wissen wir sehr gut, dass es in einigen Jahren eine große Herausforderung für die Organisation darstellt, wenn man nicht in den Nachwuchs investiert. Deshalb halten wir an unserer Ausbildungsstrategie fest.

Die Auswirkungen von Corona wurden Ende März, bzw. Anfang April sichtbar, als die Volumina zurückgingen. Bereits im Mai sahen wir, dass die Wirtschaft wieder anzog, und im Juni ging alles wieder relativ seinen gewohnten Gang. Dennoch habe ich das Gefühl, dass noch nicht alles überstanden ist. Die kommenden Monate werden uns sicherlich noch einige "Überraschungen" bescheren, mit denen wir umgehen müssen. Dies kann natürlich sowohl positiv als auch weniger positiv sein. Ich bin aber überzeugt, dass wir diese Zeit überwinden und schon wieder Pläne für die kommenden Jahre schmieden können.

Interview with: Aat van der Meer

Managing Director DACHSER Benelux

Wenn wir zurückblicken - was waren die wichtigsten Meilensteine für DACHSER in den Benelux-Ländern?

DACHSER ist bereits seit 1975 in den Niederlanden und Belgien präsent. Seitdem hat sich viel getan: Ein Meilenstein war 2007 die neue Niederlassung in Waddinxveen bei Rotterdam, 2011 kam ein Standort in Luxemburg hinzu. 2012 wurde in diesem Jahr die Niederlassung in Zevenaar in den Niederlanden eröffnet, die nur wenige Jahre später aufgrund des enormen Volumenwachstums auf 10.000 Quadratmeter Umschlagfläche erweitert wurde.

In Waddinxveen haben wir die Anlage 2013 um 5.000 Quadratmeter Lagerfläche für Kontraktlogistik erweitert. Waddinxveen ist mittlerweile die Zentrale unserer Benelux-Organisation. Ende 2019 haben wir dort den Grundstein für ein neues Warehouse mit 17.000 Quadratmetern Fläche und rund 30.000 Palettenstellplätzen gelegt.

Auch in Willebroek in Belgien ersetzt eine neue Anlage mit 9.100 Quadratmetern auf einer Fläche von 37.800 Quadratmetern die alte Niederlassung, was eine massive Effizienzsteigerung bedeutet. Eine zusätzliche Erweiterung ist hier bereits für 2021 geplant. Die Niederlassungen in Mouscron, Belgien, und Grevenmacher, Luxemburg, wurden ebenfalls 2017 erweitert. Auch hier wollen wir 2020 weiter wachsen.

Auch im Bereich der Luft- und Seefracht sind wir gewachsen: Unser Büro in Schiphol hat sich 2019 verdoppelt, und das Büro in Maastricht ist Anfang 2020 in ein moderneres und größeres Büro umgezogen.

Welche Rolle spielt DACHSER Benelux im DACHSER-Netzwerk?

Die geographische Lage der Benelux-Länder innerhalb Europas ist ein großer Vorteil für Unternehmen und macht Benelux zu einer Schlüsselregion für weltweite Logistik.

Mit den Häfen in Rotterdam, Antwerpen, Gent und Zeebrugge sowie den Flughäfen Schiphol nahe Amsterdam, Maastricht Airport und Brüssel-Zaventem verfügt das Staatennetzwerk Benelux über attraktive und leistungsfähige Tore zur Welt. Diese internationalen Drehkreuze sind über Autobahnen, Eisenbahnstrecken und Wasserwege eng mit den Produktions- und Konsumzentren der Region und ihrer Anrainer verbunden.

Vor allem das Thema Interlocking, also die konsequente Verbindung des globalen Air & Sea-Netzwerkes mit dem umfassenden europäischen Landverkehrsnetzwerk von DACHSER, hat in den Beneluxländern einen besonders hohen Stellenwert. Diese Länder bilden eine wichtige Schnittstelle für den Welthandel. Wir haben deswegen unsere Präsenz hier stetig ausgebaut und das europäische Netzwerk weiter verdichtet. Die Vernetzung unserer Business Fields Road Logistics und Air & Sea Logistics wird auf allen Ebenen, von der IT bis zum Verkauf, weiter vorangetrieben. So können wir weltweite Supply Chains aus einer Hand bieten.

Ein Blick in die Zukunft: Wie werden die logistischen Trends für die Beneluxländer aussehen?

Wir gehen davon aus, dass sich mit dem Brexit weitere Unternehmen dafür entscheiden werden, ihre Waren in den Benelux-Ländern in Europa zu lagern. Mit unserer Niederlassung und der Eröffnung des neuen Lagers für Kontraktlogistik in Waddinxveen bei Rotterdam können wir unsere Kunden optimal bedienen. Wir sind nicht nur perfekt ins DACHSER-Netzwerk integriert und können unseren Kunden 350 tägliche Abfahrten innerhalb Europas und in andere Länder bieten, wir haben dazu auch gut ausgebildete Mitarbeiter. Sie sind in der Lage schnell zu reagieren und verstehen die Bedürfnisse unserer Kunden, die wie sie aus anderen Teilen der Welt kommen.

Wir bei DACHSER Benelux sind immer aktiv und aufgeschlossen bei Trends, neuen Technologien und zukünftigen Anwendungen in unserem Netzwerk. So sind wir beispielsweise die ersten, die eine Onboarding-App für ihre neuen Mitarbeiter testen. Stichwort Digitalisierung: Die Corona-Krise wird den Druck erhöhen, die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Nicht nur innerhalb der Logistikprozesse, sondern auch in der Zusammenarbeit mit bestehenden und neuen Mitarbeitern, Kunden und Partnern.

Auch die weitere Reduzierung der CO2-Emissionen wird sicherlich eine wichtige Rolle in der Zukunft der Logistik und anderer Branchen spielen. Wir bereiten uns bereits jetzt auf die veränderten Arbeitsweisen und Anforderungen vor, die sich auch in unserer Branche ergeben werden.

Und natürlich sollte die Wirkung von Corona nicht unterschätzt werden. Ich bin davon überzeugt, dass die Pandemie in naher Zukunft eine andere Art des Wirtschaftens erfordern wird, was wiederum bedeutet, dass sich auch die Logistik entsprechend anpassen wird.

Über Aat van der Meer, Managing Director DACHSER Benelux:

Aat van der Meer wurde 1962 in Rotterdam, Niederlande, geboren. Als Sohn eines Transportunternehmers war er bereits in jungen Jahren von der Logistik fasziniert. Nach 26 Jahren Erfahrung in der Transport- und Logistikbranche kam Aat 2006 zu DACHSER, einem der weltweit führenden Third-Party-Logistiker, und gründete eine neue DACHSER-Niederlassung in den Niederlanden. Im Jahr 2007 wurde er Geschäftsführer von DACHSER in den Niederlanden und zwei Jahre später auch in Belgien. In den Jahren 2013 und 2014 kamen Luxemburg und die Luft- und Seefrachtaktivitäten in den Benelux-Staaten zu seinen Aufgaben hinzu.

Ansprechpartner Manuela Ronne