Flinkes Wiesel unter Strom: Elektromobilität auf dem Betriebshof
Anfang der siebziger Jahre zog die Wechselbrücke in die Stückgutlogistik ein – und sorgte für eine Revolution im Straßengüterverkehr. Heute sind die flexiblen Transportbehälter an jeder Ecke zu finden. Auf den Betriebshöfen von DACHSER werden die Wechselbrücken zunehmend von elektrischen Hofumsetzern an Ort und Stelle gebracht. Ein flinkes Wiesel spielt dabei nach wie vor eine wichtige Rolle.
Ein Transportgefäß, das von den Fahreinheiten ablösbar, genormt und zwischen den Fahrzeugen tauschbar ist – das zeichnet die Wechselbrücke aus. In den 1970er Jahren war dies ein völlig neues Konzept für die Logistikbranche. Die Idee stammt von Thomas Simon, Schwiegersohn des Firmengründers Thomas Dachser und später in der Geschäftsführung vorrangig zuständig für die Entwicklung des Auslandsgeschäftes und Technik.
Der neue Ladungsträger half dabei, Standzeiten zu reduzieren, den Güterumschlag zu optimieren und damit die Effizienz im gesamten Transportwesen maßgeblich zu steigern. Inspirieren ließ sich Thomas Simon bei diesem Konzept von den ersten Containern der US-Armee in deutschen Häfen und übertrug es auf den Lkw-Verkehr. Heute ist die Wechselbrücke mit ihren festen Abmessungen und ausklappbaren Stützfüßen zum Standard in der Logistik geworden.
Bewegt werden die Wechselbrücken auf dem Hof einer Niederlassung von so genannten Hofumsetzern. TII KAMAG gehört hier mit seinem PrecisionMover, bekannt unter der früheren Bezeichnung „Wiesel“, zu den führenden Herstellern. Der schwäbische Fahrzeugproduzent zählte zu den ersten, die den Hubwagen zur Serienreife brachten, und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung in der Logistik. Auch DACHSER nutzt solche Fahrzeuge seit vielen Jahren als Lösung für den Transport von Wechselbrücken an mehreren Standorten deutschlandweit.
Leise, bequem und ohne Emissionen: das Elektro-Wiesel
Jetzt wurde der PrecisionMover 30 Jahre alt und inzwischen gibt es auch eine Variante mit vollelektrischem Antriebsstrang. Mit ihr hat DACHSER bereits gute Erfahrungen gemacht, unter anderem am Standort Erlensee nahe Frankfurt. Der geräuscharme, emissionsfreie Wechselbrückentransporter verbessert nicht nur die Umweltbilanz, sondern reduziert auch die Lärmbelastung auf dem Betriebshof und erhöht den Fahrkomfort.
Anna Monika Chomot, die seit vier Jahren in Erlensee Wechselbrücken auf dem Hof der Niederlassung bewegt, kann das bestätigen: „Schon das alte Wiesel war mein Lieblingsfahrzeug – bis wir dann die elektrische Version bekamen. Das hat meine Sicht auf den Arbeitsplatz wirklich verändert. Es ist ein sehr ruhiges Fahrzeug, das gut manövriert.“
Das Elektro-Wiesel zeigt zudem, dass die Elektromobilität im Logistikalltag gut funktionieren kann. Mit geladenem Akku hält der Hofumsetzer eine komplette sechs bis achtstündige Schicht durch. Die Ladezeit beträgt nur etwa anderthalb Stunden.
Innovationen gemeinsam vorantreiben
„Mit dem KAMAG ePrecisionMover gehen wir einen entscheidenden Schritt, um Nachhaltigkeit und Effizienz zu vereinen“, so André Bilz, Senior Category Manager Truck, Trailer, Swap Body im Bereich Corporate Indirect Procurement bei DACHSER. Seit Mitte letzten Jahres hat DACHSER acht batterieelektrische Fahrzeuge dieses Typs und Herstellers im Einsatz.
Ein weiteres Beispiel für die Innovationskraft der Partnerschaft ist das 2020 gestartete und 2024 erfolgreich abgeschlossene Forschungsprojekt SAFE20. Das Ziel dieses Projekts war die Entwicklung eines Sicherheitskonzepts für autonom fahrende Fahrzeuge auf Logistikhöfen sowie die technische Realisierung eines funktionsfähigen Prototyps. Durch die Kooperation beider Unternehmen wurden Lösungen erprobt, um den PrecisionMover autonom und sicher mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h über Betriebshöfe steuern zu können.