IT-Transformation bei DACHSER: Daten, die den Menschen dienen
Im Zielbild ist der Anspruch klar formuliert: Bis 2030 will DACHSER der „digitalisierteste Logistikdienstleister“ sein. Stefan Hohm, Chief Development Officer (CDO) bei DACHSER, und Ralf Morawietz, Corporate Director Corporate IT (CIO), im Gespräch über den DACHSER Weg in ein IT-Zeitalter, das Menschen die Arbeit und das Miteinander maßgeblich erleichtert.
In der DACHSER Mission heißt es: „Wir schaffen die weltweit intelligenteste Kombination und Integration logistischer Netzkompetenzen. Wir optimieren so die Logistikbilanz unserer Kunden.“ Das Zielbild 2030 konkretisiert dies im Anspruch, „digitalisiertester Logistikdienstleister“ zu werden. Wo kommt DACHSER dabei her und wo steht das Unternehmen heute?
Stefan Hohm: „Digitalisierter Logistikdienstleister“ drückt eine Fähigkeit aus, die wir bei DACHSER haben. Und das schon seit den 1990er-Jahren. Das Unternehmen hatte schon sehr früh erkannt, dass der Dateninformationsfluss und die physischen Prozesse eng miteinander verwoben sind und eine entscheidende Voraussetzung für leistungsfähige Netzwerke bilden. Man kann DACHSER also mit Fug und Recht als „Digital Native“ bezeichnen. Daher wissen wir auch sehr genau, dass sich im Grad der Digitalisierung entscheidet, ob man am Ende ein mittelmäßiger und verzichtbarer oder ein sehr guter, unverzichtbarer Logistiker mit hohem Wachstumspotenzial ist.
Ralf Morawietz: Damit ist auch schon der DACHSER Weg beschrieben: sehr eng an den Prozessen eine eigene IT-Landschaft aufzubauen und die Technologien über die Jahre kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das ist die Essenz der DACHSER IT-Strategie.
Wie geht DACHSER dabei genau vor?
S. Hohm: Wir haben von Anfang an in den Aufbau solider Grundlagen investiert. Nun ist es an der Zeit, den Fokus auf den geschäftlichen Nutzen zu richten. IT soll den Menschen und der unternehmerischen Entwicklung dienen. Wir tun dies mit einem klaren Fahrplan für die IT-Transformation. Die Leitplanken setzen transparente Prioritäten und insbesondere solche Ressourcen, die auf Anwendungen mit größtmöglicher Wertschöpfung ausgerichtet sind. Dazu nutzen wir modernste Technologien und Programmiersprachen und bringen kontinuierlich den Ausbildungs- und Wissensstand unserer Mitarbeitenden auf ein entsprechendes Niveau. Regelmäßig besuchen die IT-Mitarbeitenden die Niederlassungen, um den Praxisbezug herzustellen und den wirklichen Anwendungsfall im Auge zu behalten.
R. Morawietz: Stillstand und Abwarten sind hier keine Option. Die IT-Landschaft hat sich in den letzten Jahren massiv verändert – und das in einem rasanten Tempo. Die Software-Entwicklung von heute ist mit der vor 15 oder 20 Jahren nicht mehr zu vergleichen. Deswegen setzen wir bei DACHSER auch nicht mehr ausschließlich auf selbst entwickelte Software, sondern schauen uns seit einiger Zeit auch auf dem Markt um, welche Softwarelösung am besten zu uns passt und wie das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist. Zugekaufte Systeme „von der Stange“ ziehen meist auch sehr hohe Customizing-Aufwände nach sich. Das gilt es immer genau abzuwägen.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie ist auch die internationale Vernetzung der Corporate IT. Mittlerweile arbeiten rund 820 Mitarbeitende in der IT von DACHSER. Mit IT-Hubs in Kempten, La Verrie, Porto und nahe Madrid schafft das Unternehmen die Voraussetzungen, um Wissen weltweit zu bündeln und digitale Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Die Digitalisierung und der Hochlauf der Künstlichen Intelligenz verändern den Blick auf Services und Prozesse in der DACHSER Welt. Viele sehen darin einen Fortschritt, manchen machen sich Sorgen. Welche Rolle nimmt dabei der Mensch ein – heute und in Zukunft?
S. Hohm: Bei DACHSER ist und bleibt der Mensch unverzichtbar, auch in Zeiten von Künstlicher Intelligenz. Wir wollen Menschen im Unternehmen mit Hilfe von KI zu besser informierten Entscheidungen befähigen und sie insbesondere bei Aufgaben, die repetitiv, langweilig und wenig wertstiftend sind, entlasten. Mit anderen Worten: Wir wollen und müssen immer beides können. Einerseits eng an den Bedürfnissen unserer Kunden und Mitarbeitenden sein. Und gleichzeitig die Maschinenschnittstellen so bereitstellen und bedienen, dass sie für den Kunden und für uns als Logistikdienstleister Mehrwert bringen.
Wie wichtig für den Erfolg der IT-Transformation ist das Digitale Mindset – bei den DACHSER Mitarbeitenden wie auch bei den Kunden?
S. Hohm: Viele Anwendungen, die die Mitarbeitenden bei DACHSER seit Jahren und Jahrzehnten beruflich nutzen, verschwinden derzeit und werden durch etwas Neues ersetzt. Und zwar nicht langsam, sondern von einem Tag auf den nächsten. Der technologische Wandel ist aber nur eine Seite der Medaille. Wir müssen auch die Menschen dazu befähigen, mit diesem Wandel umzugehen. Und mehr noch: Ihm im beruflichen Umfeld ebenso positiv gegenüberzustehen wie im privaten Bereich.
Die rasante Geschwindigkeit ist auch einem sich verändernden Arbeitsmarkt geschuldet, auf dem es immer schwieriger wird, ausgebildete Logistiker zu finden. Da braucht es bei uns Systeme, die einfach in der Anwendung sind und durch Automatisierung unterstützt werden.
Was bedeuten die rasanten Entwicklungen für die Führungskräfte? Müssen diese immer einen Schritt voraus sein, um die digitale Transformation den Mitarbeitenden auch glaubhaft vermitteln zu können?
S. Hohm: Führungskräfte bewegen sich wie jeder andere Mensch auch in ihren Routinen und eingespielten Rollen. Bei DACHSER sind sie als Persönlichkeiten gefordert, Offenheit für technologischen Wandel auszustrahlen. Sie sollen ihre Teams in die Lage versetzen, auch mit digitaler Unterstützung immer wieder die Leistung zu erbringen, die die Kunden am Ende von uns erwarten und uns vom Wettbewerb unterscheidbar machen. Dazu müssen sie nicht zu IT-Spezialisten mutieren, sich aber für digitale Lösungen öffnen und, wenn sie davon überzeugt sind, auch andere davon begeistern. KI wird Manager nicht ersetzen. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch: Manager, die KI nutzen, werden am Ende Manager ersetzen, die es nicht tun.
R. Morawietz: Dabei helfen ihnen eigene Programme wie Reverse Mentoring. Führungskräfte setzen sich mit Jüngeren oder eben Menschen mit ausgeprägten digitalen Skills zusammen, hören zu und lassen sich auf den neuesten Stand bringen. Das funktioniert hervorragend mit Win-win für alle Beteiligten.
Versetzen wir uns abschließend noch ins Zielbild-Jahr 2030: Wie erleben Mitarbeitende und Kunden dann Dachser als „digitalisiertesten Logistikdienstleister“?
R. Morawietz: Unsere Kunden sollen dann sagen können, dass DACHSER die beste digitale Erfahrung für die gewünschte Dienstleistung mitbringt und datenmäßig auf einem weltweit führenden Stand ist. Für unsere Mitarbeitenden haben wir Arbeitsplätze geschaffen, die so auf ihre Tätigkeit zugeschnitten sind und ihnen bestmögliche Unterstützung liefern. Sie können sich dann voll und ganz auf das konzentrieren, was Wert für die Kunden wie auch für DACHSER schafft – und die Arbeit Spaß machen lässt.
S. Hohm: Die Kunden, die Mitarbeitenden und die Stakeholder sollen dann auch sagen können, DACHSER hatte schon immer einen Plan und auch die Mittel, als digitalisiertester Logistikdienstleister jederzeit zukunftsfähige Logistik zu bieten. Auf dem Weg dorthin haben wir aktuell Halbzeit. Jetzt gilt es, die entsprechenden anwendungsbezogenen Applikationen zu liefern und die Organisation weiter darauf vorzubereiten, die anstehenden Veränderungsprozesse auch im Tagesgeschäft hinzubekommen. Ich bin davon fest überzeugt: Dann werden wir unser Ziel auch zuverlässig erreichen.
Wie setzt DACHSER Künstliche Intelligenz, innovative Technologien und digitale Lösungen bereits heute in der Logistik ein? Und welche Rolle spielen die Mitarbeitenden dabei? Entdecken Sie in den folgenden Beiträgen konkrete Anwendungsbeispiele und weitere Einblicke in die digitale Transformation bei DACHSER.