Seefracht: Aktuelle Situation in den USA

Die bereits seit einigen Monaten bestehenden Engpässe auf dem US-Seefrachtmarkt werden noch längere Zeit andauern. Nachfolgend finden Sie einen aktuellen Überblick über die derzeitige Situation.

Überlastung von Häfen und Bahnhöfen

Bereits seit Monaten erleben die USA historische Engpässe im Seefrachtgeschäft. Der Grund für diese anhaltende Situation ist hinlänglich bekannt: Die Auswirkungen von COVID-19 und ein hohes Nachfragevolumen führen zu Engpässen in allen großen Häfen und Terminals im ganzen Land. Die Hafen- und Bahnbetreiber arbeiten mit reduziertem Personal, was zu Verzögerungen bei der Be- und Entladung der Schiffe führt, die Verweildauer der Schiffe im Hafen verlängert und die Transportprozesse zu den Terminals verlangsamt.Auch die Reedereien sind mit der Situation überfordert und haben Mühe, die erforderlichen Dienstleistungen zu erbringen und rechtzeitig zu reagieren. Darüber hinaus verspäten sich Schiffe um mehrere Tage und es kommt regelmäßig zu Stornierungen von geplanten Fahrten. Die Zuverlässigkeit der Fahrpläne ist somit nach wie vor nicht gegeben.

Lage im US-amerikanischen Güterkraftverkehr

Zu Beginn der COVID-19 Krise litten die Speditionsunternehmen stark und mussten viele ihrer Fahrer entlassen, da das Volumen und der Bedarf zurückgingen. Dann traf der Fracht- und Nachfrageboom den US-Markt, und zu diesem Zeitpunkt waren nicht mehr genügend Fahrer verfügbar. Die Fahrersituation hat sich in den letzten Monaten zwar verbessert, jedoch deckt die derzeitige LKW-Flotte die starke Nachfrage immer noch nicht ab. Die LKW-Fahrer sind für die nächsten 3-5 Wochen überbucht. Um Abholungen/Zustellungen zu beschleunigen, können diese per Stückgut respektive Komplettladung erfolgen. Anschließend wird die Sendung dann in Lagerhäusern in Vollcontainer ein- bzw. ausgeladen.

Verfügbarkeit von Containerchassis in den USA

Eine große Herausforderung ist es, dass fast alle Container irgendwo auf Chassis festsitzen und auf den Transport warten. Das führt zu dem Problem, dass kaum noch leere Chassis zur Verfügung stehen, um eine Abholung zu organisieren. Chassis sind voll ausgelastet und werden in den USA zur Mangelware.

Eingehende Fracht in den USA

Die Infrastruktur der Häfen und Bahnterminals in den USA ist mit dem derzeitigen Importvolumen schlichtweg überfordert. Eingehende Container werden an bestimmten Stellen geparkt, um Platz für neue Schiffs-/Zugladungen zu schaffen. In vielen Fällen sind diese "Parkplätze" völlig überfüllt und die Container sind blockiert und stehen nicht zur sofortigen Übergabe bereit. Um eine Abholung zu arrangieren, bieten die Terminals den LKW-Fahrern nur dann Termine an, wenn der Container verfügbar ist und vom Zoll freigegeben wurde - was in vielen Fällen Tage und sogar Wochen dauern kann.

Ausgehende US-Fracht

Die größte Herausforderung besteht darin, das dringend benötigte Container-Equipment sowie die Chassis für den Transport zu finden. Auch sind die Häfen und Bahnterminals voll mit Exportcontainern und die Terminals nehmen Exportladungen nicht so einfach an. Die Lage ist angespannt und bei fast jeder Sendung kommt es zu erheblichen Verspätungen.

Ausblick

Wir gehen davon aus, dass sich die Situation in den USA dieses Jahr nicht verbessern wird. Auch das Jahr 2022 wird eine Herausforderung bleiben. Das Team von DACHSER ist bestrebt, seinen Kunden trotz der schwierigen Zeit in den USA einen guten Service und Lösungen zu bieten.

High Priority Fracht

Ein Alternative zur klassischen FCL-Verschiffung stellt die Verladung priorisierter Frachten als LCL-Sendung dar. Hier werden derzeit eine bessere Laufzeit und geringere Umschlagzeiten am US-Terminal erreicht. DACHSER verfügt über regelmäßige Premium LCL-Dienste auf den Fahrtrouten ex Asien und Europa. Die Transitzeiten ab China beispielsweise verkürzen sich sogar von insgesamt 28 auf 18 Tage. Darüber hinaus sollen neue Pipeline-Dienste, darunter Atlanta und Los Angeles, die Buchungszeiträume immens verkürzen. Die weiterhin angespannte Situation des US-Seefrachtmarkts wird auch dazu führen, dass dringend benötigte Fracht vermehrt auf dem Luftweg verladen werden muss. DACHSER bietet mit seinem eigenen Air Network regelmäßig Premiumkapazitäten an, zum Beispiel mit wöchentlichen Verbindungen auf der Strecke Frankfurt - Chicago in beide Richtungen und der Möglichkeit zur Anbindung an weitere US-Flughäfen.

Wir stehen täglich in engem Kontakt mit Carriern und Dienstleistern und versuchen unser Bestes, um Ihre Lieferkette so reibungslos wie möglich zu gestalten. Für eine individuelle Beratung wenden Sie sich bitte gerne an Ihren lokalen Ansprechpartner von DACHSER, damit wir für Sie die beste Logistiklösung realisieren können.

Ansprechpartner Manuela Ronne